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projects        Jüdisches Museum Berlin
mit Daniel Libeskind
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Jüdisches Museum, Berlin
mit Daniel Libeskind (Architektur)


Der Einbindung des durch den Architekten D. Libeskind entwickelten räumlich und zeitlich ausgerichteten Bedeutungsgeflechtes, welches den Museumsbau in Beziehung zur Geschichte der Berliner Juden setzt, folgen die Themen verschiedener Bereiche der das Museum umgebenden Gartenanlage. In Anlehnung an die Materialien des alten Berlins wurden die Materialien des Gartens und der Platzflächen gewählt.
Ein nach dem Dichter Paul Celan benannter Hof, zwischen dem Alt- und Neubau gelegen, erinnert an die typischen „Berliner Hinterhöfe“. Hier gliedert in der Interpretation einer Grafik der Frau Celans, Gisèle Celan Lestrange, ein Bodenrelief aus Naturstein die Fläche des Hofes. Das Bodenrelief breitet sich gleichsam unter dem Gebäude in alle Richtungen aus und kehrt im Umfeld an verschiedenen Orten des Gartens wieder.

Der Garten des Exils (E.T.A.Hoffmann Garten)»steht für den Versuch, den Besucher vollständig zu desorientieren, für einen Schiffbruch der Geschichte«. (Daniel Libeskind, 1999) Den Garten des Exils betritt der Besucher nach dem Verlassen der Achsen. 49 Betonstelen erheben sich auf einem quadratischen Grundriss. Die gesamte Anlage des Gartens ist um zwölf Grad geneigt und verwirrt die sinnliche Wahrnehmung des Besuchers. Diese räumliche Erfahrung soll auf die mangelnde Orientierung und das Gefühl von Haltlosigkeit verweisen, das Emigranten empfanden, die aus Deutschland vertrieben wurden. Aus den Stelen wachsen Ölweiden, die Hoffnung symbolisieren.

Ein kleiner Spielplatz ist dem Dichter Walter Benjamin gewidmet und nimmt Bezüge zum Bauwerk sowie den benachbarten Freiräumen auf.

Der Rosenhain mit sich umeinander drehend gepflanzten weißen und roten Rosen erinnert an die Rose, als eine der wenigen innerhalb der Mauern des historischen Jerusalem kultisch zugelassenen Pflanzen.

Footprints der unbebaut gebliebenen, entäußerten Leere (voided void) aus dem Bedeutungsrahmen des Gebäudes bilden sich auf der Fläche durch Schotterfelder ab.

Als Zitat einer der Natur verpflichteten Gegenwartsvorstellung zum Paradies, wird der auf dem Schutt des Krieges entstandene Robinienhain durch künstlerische Intervention interpretiert. Dieses Gartenzitat verweist auf die sich stetig wandelnden Vorstellungen.
 
    Lützow 7 C.Müller J.Wehberg Garten- und Landschaftsarchitekten  Landschaftsarchitektur und Gartenkunst  Berlin www.luetzow7.de